STILLE KRÄFTE - Tanz-Kurzstückeabend
Der Tanz-Kurzstückeabend STILLE KRÄFTE versammelt drei eigenständige choreografische Positionen, die sich mit dem Unsichtbaren, dem Tragenden und dem Zeitlichen auseinandersetzen. In den Stücken wird Unausgesprochenes zwischen Menschen erforscht; eine Bärin tritt in Erscheinung, Zeit lagert sich ab und verschiebt sich. Drei Arbeiten, die auf unterschiedliche Weise ergründen, was unter der Oberfläche wirkt.
Annemarie Kaufmann: I Bear You
Auer & Wirth: When Mountains Move
Versum Kollektiv: Credits Musik: Iman Ibragic, Tanz: Vanessa Wüst, Sheila Lindauer: Zwischen den Zeilen
10. April 2026, Kult-Turm Seewen (SZ) Franzosenstrasse 72, 6423 Seewen
Unterstützt durch: Kulturförderung Kanton Schwyz, Ernst Göhner Stiftung, Burgergemeinde Bern, Carl und Elise Elsener Gut Stiftung, Gemeinde Schwyz, Schwyzer Kantonalbank, Migros Engagement
Zu den Stücken
I bear you! lädt ein zu einer tänzerisch-poetischen Begegnung von Stärke und Zerbrechlichkeit. In diesem Tanzsolo verschmelzen Gegensätze wie Bruch und Verbindung, Orientierung und Verwirrung zu einer Kraft, die trägt.
Objekte werden zu Landschaften geformt, die zerfallen und wieder neu entstehen - wild, rau, zerklüftet, schroff, sanft, fliessend. In dieser Umgebung taucht eine Bärin auf. Im Dialog mit der Landschaft und dem tierisch Kräftigen der Bärin entsteht ein Tanz, der zwischen innerer Erfahrung und äusserem Ausdruck oszilliert.
Credits
Konzept/Tanz/Choreografie/Produktion: Annemarie Kaufmann
choreografische/szenische Begleitung: Anna Röthlisberger
Seit 2016 entwickelt Annemarie Kaufmann in Zusammenarbeit mit anderen Künstler*innen Tanzproduktionen auf der Bühne und in der Natur. Auf das Tanzsolo "wait... a moment!" 2023 folgt nun das Stück "I bear you!"
When Mountains Move ist eine Auseinandersetzung mit Zeitlichkeit. Inspiriert von geologischen Prozessen und der Annahme, dass unterschiedliche Formen von Leben und Materie je eigene und doch voneinander abhängige Zeitlichkeiten hervorbringen - parallel, überlagert, zugleich wirksam - untersucht das Stück körperlich erfahrbare Spuren, Rhythmen und Verschiebungen. Ein choreografischer Raum, in dem sich Zeit ablagert. Zwei Körper begegnen sich, folgen definierten Bewegungen, langsam, verschoben, wiederholt. Jede Bewegung hinterlässt Spuren, verwischt andere, legt neue frei.
Credits
Künstlerische Leitung, Choreografie & Tanz: Anik Auer, Kristina Wirth
Auer & Wirth arbeiten seit 2021 als Duo an der Schnittstelle von zeitgenössischem Tanz, somatischer Recherche und philosophischer Fragestellung. In ihrer Zusammenarbeit interessiert sie das Spannungsverhältnis von Körper, Zeit und Lebenswelten - physisch, konzeptuell und relational.
Kristina Wirth arbeitet projektbasiert an der Schnittstelle von Tanz, Anthropologie und Psychologie. Sie interessiert sich für relationale Perspektiven und posthumanistische Fragestellungen. Anik Auer ist als freischaffende Tänzerin, Yogalehrerin und Medizinische Masseurin mit Sitz in Luzern tätig. Nebst eigenen Projekten arbeitet sie mit verschiedenen Kollektiven und Künstler:innen zusammen.
Zwischen den Zeilen ist eine choreografisch-musikalische Erforschung des Unsichtbaren zwischen Menschen. Das Stück widmet sich der nonverbalen Kommunikation – den Gesten, Spannungen und Resonanzen, die entstehen, wenn Worte fehlen. Bewegung, Klang und ein Materialobjekt als „drittes Gegenüber“ treten in einen sensiblen Dialog. In klarer, reduzierter Ästhetik entsteht ein Raum der Empathie und des Zuhörens, in dem das Ungesagte sichtbar und spürbar wird. Die Klangebene reagiert auf Bewegung und Raum, mal als Resonanz, mal als Störung – und eröffnet so ein feines Wechselspiel zwischen Nähe, Distanz und Stille.
Credits
Musik: Iman Ibragic, Tanz: Vanessa Wüst, Sheila Lindauer
Das Versum Kollektiv vereint Tanz und Musik in einer interdisziplinären Zusammenarbeit, die die Schnittstellen von Bewegung, Klang und Raum erforscht. Die gemeinsame künstlerische Forschung widmet sich der Resonanz zwischen Körpern, Klängen und Atmosphären – jenseits von Sprache.
Unterschiedliche Hintergründe aus elektronischer Musik, zeitgenössischem Tanz sowie improvisatorischen und performativen Praktiken fliessen in eine eigene, spartenübergreifende Handschrift ein. Mit Zwischen den Zeilen realisiert das Kollektiv 2026 seine erste gemeinsame Produktion.